Elefant Tuffi, Wuppertals Wahrzeichen

Es gibt sie in Schneekugeln, als Schal, als Mousepad, es gibt ein Bilderbuch über sie, und die Wuppertaler Milch-Werke benannten sich nach ihr: Die Elefantendame Tuffi ist Wuppertals beliebtester Werbeträger - gleich nach der Schwebebahn, der sie ihre Berühmtheit verdankt.
Tuffi war zwei Jahre alt, als sie im Juli 1950 nach Wuppertal kam. Geboren war sie in Indien, arbeitete inzwischen aber beim Wanderzirkus Althoff in Deutschland. Abend für Abend stand sie in der Manege, war schon in Oberhausen Straßenbahn gefahren und hatte in Duisburg eine Hafenrundfahrt gemacht. Zu Werbezwecken löste Zirkusdirektor Carl Althoff am 21.7.1950 in Wuppertal gleich vier Tickets für Tuffi, immerhin 700 Kilo schwer, und ließ den Elefanten in ein Abteil bugsieren (in den heutigen offenen Waggons gibt es keine Abteile mehr). Kurz nach Beginn der Fahrt wurde Tuffi unruhig, trat nach Althoff und drängte die mitfahrenden Reporter gegen die Abteilwand. Althoff wusste sich nicht mehr anders zu helfen, als eine Scheibe der Bahn einzuschlagen und Tuffi in Richtung Loch zu drücken. Tuffi gehorchte und sprang hinaus, etwa acht Meter in die Tiefe. An der Absprungstelle, zwischen den Stationen Adlerbrücke und Alter Markt, wurde später ein Elefant an die Ufermauer gemalt.
Der Unfall hatte nur geringe Folgen: Tuffi landete im flachen Wupperwasser und blieb unverletzt, ihre Begleiter in der Bahn kamen mit dem Schrecken davon. Die überraschten Reporter konnten nicht einmal ein Foto machen. Deswegen ist das Ereignis heute auch leider nur durch eine Fotomontage dokumentiert.
Carl Althoff und Otto Buchholtz, Abteilungsleiter der Wuppertaler Verkehrsbetriebe, mussten sich vor dem Wuppertaler Landgericht wegen "fahrlässiger Transportgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung" verantworten. Ihre Geldstrafen - 150 und 300 Mark - lagen aber weit unter dem Werbegewinn für Zirkus und Stadt. Tuffi blieb übrigens noch bis 1968 der Star im Zirkus Althoff. Dann wechselte sie zu Alexis Gruss in Paris. Dort soll sie 1989 im Winterquartier gestorben sein.